Osterglocke
€36.00
Storlek: 30 x 40 cm / 12 x 16″
Inramning: No Frame
Poly-cotton blend canvas with a matte/satin finish. Scratch, crack, and warp resistant.Vibrant, long-lasting colors with water-based HP Latex inks and UV protection.Solid wooden frame from renewable sources, 4 cm deep.
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Über mich
Ich bin an der Ostküste Schleswig-Holsteins aufgewachsen, in einer Landschaft, die von Weite, Wind und wechselnden Farben geprägt ist. Als Jugendlicher stand ich oft allein an der Steilküste, dort, wo die Erde bricht und das Meer beginnt. Die leuchtenden Rapsfelder, die grünen Wiesen, die braun aufgepflügten Felder, die Blumenwiesen und die Steine am Strand – all diese Formen, Texturen und Farbschichten haben sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt. Die raue Erde der Steilküste, ihre Brüche und Übergänge, wurden zu frühen Lehrmeistern meiner Wahrnehmung. Diese Landschaften sind bis heute ein inneres Archiv, ein Resonanzraum, aus dem ich schöpfe. Wenn ich heute Städte besuche oder durch Landschaften wandere, sprechen mich Strukturen fast körperlich an. Urbane Morphologien, verwitterte Oberflächen, Risse, Verwerfungen, morbide Fragmente – sie wandern in mein visuelles Gedächtnis, mein „Goto-Gedächtnis“, das sich ständig erweitert. Ich sammle diese Eindrücke nicht bewusst; sie sammeln sich selbst. Und im Malprozess treten sie wieder hervor, manchmal klar, manchmal nur als Echo, als Stimmung, als Rhythmus. Meine künstlerische Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen abstrakter Kunst und Fotografie. Beide Medien nutze ich, um Zustände zu erforschen, in denen Ordnung und Chaos ineinander übergehen. Mich fasziniert der Moment, in dem Strukturen zu kippen beginnen – wenn das Geordnete ins Chaotische driftet oder das Chaos plötzlich eine innere Logik offenbart. Dieses Spannungsfeld begleitet mich seit meiner Kindheit: Die Küstenlandschaften, die Felder, die Steine, die erodierenden Kanten der Steilküste – sie alle tragen diese Ambivalenz in sich. Ich arbeite mit einer Vielzahl von Materialien und Malmitteln, kombiniere sie mit Collage Elementen und der Combine-Technik. Papier, Farbe, Fundstücke, Fragmente – jedes Material bringt seine eigene Geschichte mit, seine eigene Energie. Im Zusammenspiel entsteht etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile. Ich schichte, reiße, füge zusammen, übermale, zerstöre und baue neu auf. Die Collage wird für mich zu einem Werkzeug des Denkens: Sie erlaubt mir, Realität zu zerlegen und neu zusammenzufügen, Bedeutungen zu verschieben, das Bekannte in ein anderes Licht zu rücken. Die Faszination für Kurt Schwitters und Robert Rauschenberg hat mich früh geprägt. Ihre Freiheit im Umgang mit Fragmenten, Fundstücken und Brüchen hat mir gezeigt, dass Kunst ein Ort sein kann, an dem alles Material Bedeutung tragen darf. Doch was ich suche, ist nicht Nachahmung, sondern Resonanz. Ich versuche, die Energie, die ihre Werke in mir ausgelöst haben, in meine eigene Sprache zu überführen. Meine Arbeiten sind der Versuch, diese Faszination neu zu erleben – nicht als Kopie, sondern als persönliches Weiterdenken. So entsteht in meinen Werken ein Geflecht aus geordnetem Chaos und chaotischer Ordnung. Ein Bild kann mit einer klaren Struktur beginnen und im Prozess ins Unberechenbare kippen. Oder es wächst aus einem zufälligen Fragment heraus und findet plötzlich eine innere Logik. Ich vertraue darauf, dass mein inneres Archiv – die Küsten, die Felder, die Steine, die urbanen Strukturen – mich führt, ohne dass ich es bewusst steuere. Meine Kunst ist ein Dialog zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Material und Gefühl, zwischen Kontrolle und Hingabe. Sie ist der Versuch, die Welt so zu zeigen, wie ich sie wahrnehme: als ein Geflecht aus Schichten, Spuren und Brüchen, in dem Schönheit oft dort entsteht, wo etwas zu erodieren beginnt. Kunst ist für mich ein fortwährender Prozess des Staunens – ein Weg, das Unsichtbare zu berühren und im Chaos eine eigene, fragile Ordnung zu finden. Ich vertraue darauf, dass mein inneres Archiv … mich führt, ohne dass ich es bewusst steuere.“ Das ist eine Haltung der Empfänglichkeit und des Dialogs. Sie kontrollieren nicht, Sie korrespondieren – mit den Materialien, den gespeicherten Bildern, dem Zufall im Prozess. So wird das Atelier zu einem Ort, an dem Erinnerung und Gegenwart, Kontrolle und Hingabe tatsächlich verhandelt werden. Ich denke : „Schönheit ist dort zu finden, wo etwas zu erodieren beginnt“. Ich verweigere mich dem Glatten, Vollendeten und suche stattdessen die Wahrheit im Werden und Vergehen, in der Patina und der Spur. Meine Kunst ist für mich eine ungemein konsequente Übersetzung von Geographie in Psychogeographie, von Landschaft in Gedankenlandschaft.
Bei der Galerie Singulart werden meine Originale beschrieben. Auch auf meiner Seite www.joergvollstedt.de gibt es Portfolios. Hier gibt es Drucke von meinen Arbeiten auch von Details meiner Arbeiten
Bei der Galerie Singulart werden meine Originale beschrieben. Auch auf meiner Seite www.joergvollstedt.de gibt es Portfolios. Hier gibt es Drucke von meinen Arbeiten auch von Details meiner Arbeiten